09.12.2020

Infotafeln erklären Buker Dorfgeschichte aus vergangener Zeit -An drei markanten und historischen Plätzen wird an das vergangene Jahrhundert erinnert-

Um den nachfolgenden Generationen das Leben und die dörflichen lebensnotwendigen Strukturen aus vergangenen Zeiten wachzuhalten, wurden jetzt auf Initiative von Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff und Ortschronist Hans Norbert Keuter an drei weiteren markanten und historischen Plätzen Infotafeln aufgestellt.
Drei Tafeln wurden bereits im Frühsommer diesen Jahres an dorfbildprägenden Orten des letzten Jahrhunderts  aufgestellt, um die Geschichte des Ortes zu dokumentieren.
 
Diesmal erinnern die Tafeln an den Ursprung der Bäckerei Goeken, heute "Goeken backen", an das erste Wasserwerk und an das schon im Jahr 1973 abgerissene Fachwerkhaus der Familie Konrad und Theresia Drewes.
 
Die Bäckerei Goeken
 
1898 eröffnete Georg Goeken, UrUrGroßvater des heutigen Goeken backen Unternehmers Benedikt Goeken, in einem Fachwerkhaus in der Ortsmitte eine kleine Hausbäckerei. Im Jahr 1904 erbaute der Bäckermeister Georg Goeken dann am Wiesenweg 1 eine neue Bäckerei, die heute Goeken backen heißt und 600 Mitarbeitende in 58 Filialen beschäftigt.  Der Enkel Georg Goeken wohnt heute noch mit seiner Ehefrau Christa, geb. Häger in dem Haus, der den Betrieb im Jahr 1968 von seinem Vater Josef übernommen hat. „ Damals wurden nur drei Mitarbeiter beschäftigt“ erinnert sich auch Matthias Goeken, der 1997 die Bäckerei von seinem Vater Georg übernahm.
Die Betriebsstätte am Wiesenweg wurde aufgrund von Expansion auf Dauer -trotz vieler Erweiterungen- zu klein.
Da seinerzeit für einen kompletten Neubau auf 10.000 qm  im Gewerbegebiet Altenbeken keine Baugenehmigung von Seiten der Gemeinde zu bekommen war, siedelte der Betrieb Goeken backen nach Bad Driburg um, so Matthias Goeken, seit 2017 Landtagsabgeordneter der CDU im Düsseldorfer Landtag.
Auch Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff hat noch viele schöne Erinnerungen an die Bäckerei Goeken am Wiesenweg.
„Ich bin damals als Schüler mit dem Opa von Matthias als „Bäckerjunge“ mit dem Verkaufswagen über die Dörfer gefahren und habe den Leuten die Backwaren an die Haustüren gebracht“, so Udo Waldhoff.
Auf der Infotafel lässt sich im Detail nachlesen, wie sich aus kleinsten Anfängen die Bäckerei in den letzten 122 Jahren zur heutigen Größe entwickelt hat.
 
In diesem Jahr noch etwas ganz besonderes Jubiläum  zum Nikolaustag.
Das Ehepaar Georg und Christa Goeken organisieren und unterstützen bereits seit 1970, also seit fünfzig Jahren, das Tüten packen für die St. Dionysius Schützenbruderschaft zur Freude der Buker Kinder zum Nikolaustag.
 
Das Wasserwerk
 
Das 1931 erbaute Wasserwerk Buke, steht heute unter Denkmalschutz, versorgte die Bewohner des Ortes seinerzeit mit Trinkwasser.  In früheren Zeiten holten die Buker ihr Wasser aus Brunnen und Zisternen und aus dem Kump.  Aber Anfang des neunzehnten Jahrhunderts reichte das nicht mehr aus.  Nach einigen Wünschelrutengängen und Probebohrungen begann man 1929 mit den Planungen zum Bau einer zentralen Wasserversorgung. Die Gemeinde baute die Pumpstation dann am Waldrand im Mertensgrund. 1931 wurde sie in Betrieb genommen.  Von dort aus wurde das Wasser in den Hochbehälter des Wasserwerks gepumpt und somit in die Wasserleitungen der Dorfbewohner weitergeleitet.
1987 kaufte der Landwirt und Grundstücksnachbar Anton Grußmann das inzwischen stillgelegte und  unter Denkmalschutz stehende Wasserwerk mit dem dazugehörenden Grundstück von der Gemeinde Altenbeken.  Mittlerweile kümmert sich Sohn Markus mit seiner Familie um die Pflege und den Erhalt dieser einst lebensnotwendigen und geschichtsträchtigen Einrichtung.
 
Auch hier sind für nachfolgende Generationen Hintergründe und Details auf der Infotafel beschrieben worden, wozu ein ein Wasserwerk in früherer Zeit gebraucht wurde.
 
Das Haus Drewes  ( Töllens )
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnten Konrad und Theresia Drewes, geb. Klas aus Dahl - im Ort besser bekannt als Töllens - im Fachwerkhaus am Ortsausgang in der Nähe des Kreuzes Tofall.
Konrad Drewes, Jahrgang 1874, starb schon mit 49 Jahren, seine Ehefrau Theresia, geb. Klas, Jahrgang 1882 wurde 82 Jahre alt. Das Ehepaar hatte sechs Kinder und siebzehn Enkelkinder, so Erklärungen von der Enkelin Anna Maria Drewes.
Anton Schulze, ebenfalls ein Enkel des Ehepaares Drewes, erinnert sich noch.  „Ich bin in diesem Fachwerkhaus mit meiner Zwillingsschwester Brunhilde noch geboren worden.  Das war 1951“. 
Kurz darauf wurde das Haus von der Familie Johannes Tofall gekauft und im Jahr 1973 abgerissen.
 
„Es war ein Dorfbild prägendes Fachwerkhaus“, erklärt Udo Waldhoff und warum die Infotafel auf dem freien Platz an der oberen Dorfstraße steht und an die Geschichte der Familie und des Hauses Drewes (Töllens) erinnert.
 
Das Aufstellen der drei neuen Infotafeln ist durch Eigenleistung und die finanzielle Unterstützung des Landes NRW in Form eines Heimatschecks ermöglicht worden, informierte Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff.